Biopsychosoziales Modell

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Nach diesem heute weitestgehend anerkannten Modell muss man bei chronischen Erkrankungen (also auch bei chronischen Schmerzen) biologische, psychologische und soziale Faktoren – für sich alleine genommen und in ihren komplexen Wechselwirkungen – bei der Entstehung und Aufrechterhaltung von Krankheiten berücksichtigen (nach Engel 1977). Chronische Schmerzen lassen sich weder auf rein körperliche noch auf rein psychische Faktoren reduzieren. Somit reicht auch das klassische medizinische Krankheitsmodell, wie es bei der Behandlung von chronischen Schmerzen allerdings nach wie vor weit verbreitet ist, nicht mehr aus. So darf nach modernen Gesichtspunkten und in Hinblick auf das biopsychosoziale Modell eine chronische Schmerzerkrankung nicht alleine medikamentös behandelt werden und auch nicht rein psychologisch gesehen werden. Es geht also um eine ganzheitliche Betrachtung des Problems, dem das Institut für psychologische Schmerztherapie (IpST) auch entspricht.

„Im biopsychosozialen Modell bedeutet Gesundheit die ausreichende Kompetenz des Systems „Mensch“, beliebige Störungen auf beliebigen Systemebenen autoregulativ zu bewältigen. Nicht das Fehlen von pathogenen Keimen (Viren, Bakterien etc.) oder das Nichtvorhandensein von Störungen/Auffälligkeiten auf der psycho-sozialen Ebene bedeuten demnach Gesundheit, sondern die Fähigkeit, diese pathogenen Faktoren ausreichend wirksam zu kontrollieren“ (Egger 2005). Hier wird die Eigenverantwortung des Patienten deutlich. Aus diesem Grund bezeichnet das Institut für psychologische Schmerztherapie die Arbeit mit dem Patienten auch als „Schmerzcoaching“, denn Coaching ist auch als Hilfe zur Selbsthilfe zu verstehen. Die Kompetenz der Heilung liegt letztendlich weder beim Arzt noch beim Psychologen, sondern beim Patienten.

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