Die Apotheke im Kopf

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Die Pharmaindustrie stellt für Patienten, die an chronischen Schmerzen leiden, eine Vielzahl von Medikamenten zur Verfügung. Es handelt sich dabei um sogenannte Analgetika, die Schmerzen lindern oder zum Verschwinden bringen sollen. Damit Diese Arzneien wirken können, müssen sie vom Körper aufgenommen und verarbeitet werden. Die schmerzlindernde Wirkung wird dadurch erzeugt, dass die Medikamente an Rezeptoren im Körper andocken und von dort aus ihren Effekt auslösen. Nun müssen dafür spezielle Rezeptoren vorhanden sein. Solche stellt der Körper aber nur dann zur Verfügung, wenn er selbst Stoffe produzieren kann, die auf die Rezeptoren passen. Somit ist der Schluss zulässig, dass jedes Medikament, das von außen zugeführt wird, auch eine körpereigene Alternative hat. Bei den Opioiden, deren schmerzhemmende Wirkung zweifelsfrei sind, kann man diese Parallelität nachvollziehen. Exogene – also von außen zugeführte – Opiate haben eine endogene – also körpereigene Alternativen. Der Körper kann also Medikamente auch selbst herstellen. Die Frage ist also, warum überhaupt von außen Opiate zugeführt werden müssen. DDDr. Karl Isak, der sich mit der psychologischen Schmerztherapie beschäftigt, plädiert dafür, dass die körpereigenen analgetisch wirkende Stoffe aktiviert werden sollten, bevor von außen Chemie zugeführt werden. Dazu nennt er ein Beispiel: Der Botenstoff Serotonin wirkt schmerzhemmend. Unglückliche oder depressive Menschen erzeugen wenig Serotonin und sind deshalb schmerzempfindlicher. Wird über therapeutische Interventionen die Depression beseitigt oder das Glück kehrt wieder, dann sind Schmerz plötzlich kein Problem mehr. Endorphine (z.B. endogene Opiode) sind ebenso schmerzhemmend. Das sind Glückshormone, die der Körper selbst erzeugt. Wenn also Glück empfunden wird, sinkt das Schmerzempfinden. Die Schulmedizin hat dafür keine Instrumente zur Verfügung. Glück ist nicht zu verschreiben und gibt es auch nicht auf Rezept. Aber über therapeutische Interventionen ist es möglich. Ebenso kann man selbst daran arbeiten, indem man eine Veränderung des aktuellen Zustandes, der ja mit dem chronischen Schmerz einhergeht, initiiert. Dazu hat Isak Instrumente entwickelt, die er in seinem Buch „Schmerzen wegdenken – eine psychologische Schmerztherapie“ auch beschreibt.

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