Die versteckte Freude im Schmerz

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Schmerz kann doch niemanden glücklich machen.. In der Tat wird kaum jemand in Freude ausbrechen, wenn im Körper irgend etwas starke Schmerzen verursacht. Dabei hätte der akute Schmerz durchaus Grund zur Freude, denn er zeigt an, dass man aufpassen sollte, dass man dem Körper Ruhe gönnen sollte oder dass er sich in einem Heilungsprozess befindet. Aber der akute Schmerz ist eigentlich nicht das Problem – weder für die Patienten noch für das Gesundheitssystem. Was nervt, ist der chronische Schmerz und dieser verursacht alles andere als Freude, sondern Leid und Belastungen – sowohl körperlich als auch psychisch wie auch finanziell. Allerdings versteckt sich auch im chronischen Schmerz etwas Positives, das die Medizin völlig außer Acht lässt und deshalb laufen viele Behandlungen auch in die völlig falsche Richtung. Das zumindest meint der psychologische Schmerztherapeut DDDr. Karl Isak.

„Chronische Schmerzen werden als eigenständige Krankheit bezeichnet und wie jede andere Krankheit auch, kann es ebenso verschiedene Vorteile geben. Das klingt auf den ersten Blick absurd, denn wer leidet schon gerne an chronischen Schmerzen?“ Isak sieht das chronische Schmerzsyndrom aus psychologischer Sicht und meint hierzu, dass die Ursachen für andauernde Schmerzen vielfach in der Psyche zu finden sind und dass des Weiteren Vorteile damit verbunden sind. „Den Patienten ist nicht bewusst, dass ihre Schmerzen auch einen Nutzen haben können und dieser Nutzen hält den Schmerz aufrecht – was für andere Krankheiten ebenso zutrifft. Man spricht von einem Krankheitsgewinn und davon gibt es drei Ebenen.“

Der primäre Krankheitsgewinn – und das gilt auch für chronische Schmerzen – bezieht sich auf indirekte bzw. innere Vorteile für den Kranken. So kann man durch Krankheit einer ausweglosen Situation entfliehen, Auseinandersetzungen vermeiden oder unangenehmen Konflikten entgehen. Für den Betroffenen bleibt das aber im Vorborgenen. Er ist sich des Krankheitsgewinns nicht bewusst.

Der sekundäre Krankheitsgewinn meint die Zuwendung, die Betroffene erfahren, wenn es ihnen schlecht geht. Mitleid ist die eine Seite und Kommunikation per se die andere. Wenn jemand über Schmerzen klagen kann, dann hat er ein Gesprächsthema, andere Menschen hören ihm zu, sie zeigen Verständnis und Mitleid und wollen vielleicht sogar helfen. Der Kranke erhält Aufmerksamkeit und findet gesellschaftliche Anerkennung. All das wirkt sich positiv auf sein Belohnungssystem aus. Auch das ist den Betroffenen nicht klar und bleibt fast immer im Verborgenen.

Der tertiäre Krankheitsgewinn betrifft nicht den Patienten selbst, sondern sein Umfeld. So können sich pflegende Angehörige aufgewertet fühlen. Das Gefühl gebraucht zu werden, kann positiv wirken und sogar einen neuen Lebenssinn geben.

Ein Krankheitsgewinn beim Schmerzpatienten gehört zu den psychosomatischen Faktoren des chronischen Schmerzsyndroms und braucht eine psychologische Behandlung. Die psychologische Schmerztherapie von DDDr. Karl Isak ist dabei ein praktikabler Weg.

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